100 Jahre - und kein bißchen alt...

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Kreiskrankenhauses Sonneberg

Am 1. Dezember 1901 öffnete das Kreiskrankenhaus Sonneberg an seinem heutigen Standort seine Pforten für Kranke und Hilfesuchende.
Die erste urkundliche Erwähnung eines Verpflegungsheimes für Alter und Siechtum im Raum Sonneberg findet sich bereits im Jahre 1564. Dieses sogenannte Siechenhaus befand sich in Hüttensteinach an der Stelle, an der die Judenbacher Straße (die alte Reichs- und Handelsstraße Nürnberg - Leipzig) das Steinachtal erreicht. Einer Sage zufolge hatte es ein Nürnberger Kaufmann aus Dankbarkeit dort errichten lassen, nachdem er nach einem Unfall sehr gut in Sonneberg gepflegt worden war.
Die einfache Behausung bot ihren Bewohnern neben einem Dach über dem Kopf lediglich freie Heizung. Eine Betreuung im heutigen Sinn gab es damals nicht, weshalb möglichst nur solche Kranken aufgenommen wurden, die sich gegenseitig helfen konnten. Für ihren Lebensunterhalt hatten die Insassen das Recht, von den vorbeiziehenden Reisenden Almosen zu erbetteln.

Das Siechenhaus hatte Platz für 7 Bewohner, die aber meist nicht voll genutzt wurden. Es gab Jahre, in denen nur ein Platz besetzt war. Zudem war die Ausstattung sehr dürftig. Sie bestand lediglich aus "einer festen Wandbank, einer Lagerbank, einem Ofen, einem alten Tisch und zwei gebrechlichen Stühlen". Sicher waren es auch diese Mißstände, die den Ruf nach einem richtigen Krankenhaus in Sonneberg bereits ab 1800 lauter werden ließen.

1748 wurde eine Gesundheitsbehörde errichtet, der ein Amtsarzt vorstand. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Dr. Johann Paul Engelhardt als außerordentlicher Amtsarzt eingesetzt.
Seinem unermüdlichen Einsatz im Kampf um ein Krankenhaus ist schließlich die Gründung des ersten Sonneberger Krankenhauses in Bettelhecken zu verdanken.

Im Jahre 1830 wurde ein Anwesen in Bettelhecken aufgekauft und zu einer 'Krankenanstalt für Stadt und Amt Sonneberg' umfunktioniert. Nach dem Umbau verfügte es über 36 Betten. Der erste Kranke ließ jedoch noch bis zum Jahr 1834 auf sich warten, und auch in den Folgejahren war das Haus nicht annähernd voll besetzt. So wurden im Krankenhaus bis zum Jahr 1844 nur 233 Patienten stationär aufgenommen. In der Zeit von 1876 bis 1885 stieg allerdings die Zahl der Behandlungstage von 2.291 auf 7.976 - die anfängliche Abneigung gegen das Krankenhaus war geschwunden.

Ein Bericht von Physikus Dr. Richard Kreißmann über die schlechten Zustände des Bettelhecker Krankenhauses brachte schließlich eine entschei-dende Wende. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, daß man sich 1899 auf einen Krankenhaus-Neubau an der Neustadter Straße einigte.
Im Dezember 1901 schloß das Bettelhecker Krankenhaus seine Türen, nachdem es sich fast sieben Jahrzehnte als hilfreiche Einrichtung bewährt hatte.

Am 1. Dezember 1901 konnte schließlich das neue Krankenhaus an seinem heutigen Standort seiner Bestimmung übergeben werden. Es bot Platz für 56 Betten (einschließlich einer Isolierbaracke) und war für die damalige Zeit sehr modern eingerichtet. Es gab unter anderem eine Operationsabteilung, ein Röntgenzimmer, WCs sowie eine biologische Kläranlage.
Und doch traten auch hier bald einige Mängel zutage; besonders der Neubau des Sonneberger Bahnhofs brachte Lärm und Schmutz für die Patienten.
Es gab bald Pläne, ein neues Krankenhaus an einem günstigeren Standort zu bauen. 1925 beschloß der Kreistag jedoch einen Neubau auf dem bestehenden Gelände (Anbau an das alte Gebäude), der allerdings eine Reihe wichtiger Anforderungen erfüllen sollte. Zum Beispiel sollten die Zimmer den Einwirkungen des Bahnverkehrs so wenig wie möglich ausgesetzt sein, alle Patientenzimmer sollten Südlage bekommen. Auch die betriebswichtigen Räume und Einrichtungen sollten sinnvoll angelegt bzw. umorganisiert werden.
Am 22. Dezember 1927 fand die Einweihung des Neubaus statt. Das Krankenhaus verfügte damit über rund 200 Betten und galt für die damalige Zeit als Vorbild in Zweckmäßigkeit und Schönheit.
Für die Patienten sorgten damals sechs Ärzte und 20 Schwestern, sowie eine extra ausgebildete Schwester für die Strahlenapparate.
1948 erfolgte der Bau des sogenannten 'Gartenhauses', in dem zunächst Patienten mit Infektionskrankheiten wie Diphterie oder Scharlach behandelt wurden. Später war dort die Diabetikerstation untergebracht.
In den 50er Jahren erhöhte sich die Bettenkapazität des Krankenhauses auf über 400, sie wurde jedoch im Zuge der Erweiterung der Funktionsdiagnostik wieder auf 367 reduziert und blieb dann bis Ende der 80er Jahre konstant.
Zahlreiche Um-, Aus- und Neubauten prägten in den DDR-Jahren das Sonneberger Krankenhaus. Beispielhaft seien nur einige genannt:     
  1963 wird mit der schrittweisen Umgestaltung des Labors begonnen
  1965 entsteht die Gynäkologische/ Geburtshilfliche Abteilung
  1971 wird die Intensivstation mit 10 Betten übergeben. Jedes Bett verfügt über eine Beatmungs- und Absaugmöglichkeit
  1973 wird die Krankenhausbaracke abgerissen und mit dem Neubau eines eingeschossigen Anbaus (bekannt als 'Flachbau') begonnen. Dieser wird 1974 eingeweiht und beherbergt 30 Betten für die II. Medizinische Abteilung. 
  1975 beginnen die Bauarbeiten für einen Besucherparkplatz  
  1976 beginnt die komplette Renovierung des Krankenhauses, die erst Ende 1979 abgeschlossen ist

Seit der politischen Wende 1989 hat sich auch im Krankenhaus Sonneberg viel verändert. Bereits 1990 stand zur Debatte, ein neues Krankenhaus zu bauen oder eine Erneuerung des bestehenden Hauses vorzunehmen. Es gab mehrere Pläne; schließlich entschied man sich, das bestehende Krankenhaus generell zu sanieren und durch verschiedene An- und Neubauten zu erweitern.
Vorrangiges Problem war jedoch zunächst die Erneuerung der Heizungsanlage (bis dahin Kohleheizung), die schon im Dezember 1990 in Betrieb gehen konnte. Ebenso wurden die Kalt- und Warmwasseranlage, die Elektroanlage und die Netzersatzanlage erneuert und den modernen Anforderungen angepaßt. Es fand eine Sanierung aller Stationen und die Erneuerung der Parkplätze statt. Das ganze Haus bekam ein EDV-System mit Glasfaser-Ringleitung.
Größere Bauvorhaben der Nachwende-Jahre waren am Krankenhaus Sonneberg der Anbau eines OP-Containers (inklusive Sterilisation und Labor), der Bau eines 'Schwesternhauses' mit neuer Apotheke (das derzeit als Bettenhaus genutzt wird) sowie der erste Bauabschnitt (Wirtschaftsgebäude mit Küche, Zentrallager und Archiv), als Teil einer umfassenden Planung mit insgesamt fünf Bauabschnitten. Mittlerweile erfolgt in der Apotheke die  automatische patientenbezogene Medikamentenversorgung (Unit dose-System); digitale bildgebende Diagnostik und Telemedizin hielten Einzug, das Telefonsystem beider Krankenhäuser ist vereinheitlicht und am Standort Neuhaus zentralisiert. 

Das bisher größte Bauvorhaben für das Unternehmen - und besonders für das Krankenhaus Sonneberg - war der zweite Bauabschnitt, in dem drei Stationen, ein leistungsfähiges Zentrallabor und eine umfangreiche Funktionsdiagnostik untergebracht sind. Auch ein moderner, wohnlich gestalteter Entbindungsbereich fand hier sein neues Domizil.
Eine tiefgreifende organisatorische Veränderung bedeutet das im Neubau installierte COM-Center, der zentrale Schwesternruf für beide Krankenhäuser. Hinzu kommen die neuen Bauabschnitte 3 und 4 mit neuen OPs, Intensivmedizin, Radiologie, zentraler Aufnahmebereich und drei neue Stationen.

1995 wurde im Zuge der Kreisgebietsreform das Kreiskrankenhaus Neuhaus mit dem Sonneberger Haus zur Kreiskrankenhäuser Sonneberg und Neuhaus gGmbH vereint. Im Jahre 1998 folgten die Seniorenpflegeheime 'Wolkenrasen' in Sonneberg und 'Am Kronacher Teich' in Oerlsdorf, die Sozialstation und der Rettungsdienst des Landkreises. Das Unternehmen wurde am Jahresende 2007 aufgetrennt in eine Betriebs- und eine Besitzgesellschaft und firmiert nun unter der Markenfamilie MEDINOS. Hinzu kam ein Medizinisches Versorgungszentrum und eine Servicegesellschaft.
Am 12.November 2007 wurde die regioMed - Kliniken GmbH mit Sitz in Sonneberg gegründet. Sie ist Gesellschafterin der vier Gründungshäuser Klinikum Coburg, Klinikum Lichtenfels, Henneberg Kliniken Hildburghausen und MEDINOS Kliniken.

Viele Meilensteine auf dem Weg zu einem modernen, leistungsfähigen Dienstleistungszentrum sind bereits erreicht, nicht wenige sind noch in Planung. Als größter Arbeitgeber im Landkreis Sonneberg hat sich das Unternehmen bis heute eine stabile Basis geschaffen, auf der es in den kommenden Jahren aufbauen wird.

Am Anfang stand das Siechenhaus

Hervorgegangen aus einer 'Anstalt für Alter und Siechtum' über ein erstes Krankenhaus mit einfachster Ausstattung bis hin zu einem modernen Gesundheitszentrum - nicht alle Schritte in der Entwicklung können wir an dieser Stelle aufführen.
Aus diesem Grund haben wir das Buch "Am Anfang stand das Siechenhaus" herausgegeben, das im Buchhandel erhältlich ist. Hierin finden Sie ein - so weit wie möglich - umfassendes Bild der weit mehr als 100-jährigen Geschichte des Kreiskrankenhauses Sonneberg. 

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Operationssaal 1901
Bettelhecken
Außenansicht 1905
Außenansicht 1927
Zimmer 1927
Röntgen 1927
Luftaufnahme 1950
Außenansicht 1976

Operationszimmer um 1901

Erstes Krankenhaus in Bettelhecken

Außenansicht 1901

Außenansicht 1927

Krankenzimmer 1927

Röntgenzimmer 1927

Luftaufnahme 50er Jahre

Außenansicht 70er Jahre

Kreiskrankenhäuser Sonneberg und Neuhaus gGmbH
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