„Man sieht nur mit dem Herzen gut“
(Antoine des Saint Exupèry)
Voraussetzung für den Umgang mit Menschen mit Demenz sind Anerkennung und Wertschätzung ihrer Persönlichkeit, Toleranz für ungewöhnliche Verhaltensweisen, Einfühlungsvermögen, Fähigkeit zum intuitiven Handeln und Fachkenntnisse.
In der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz geht es genau um das, was der „kleine Prinz“ sagte: Das Herz für den anderen Menschen offen zu halten.
Auf dem gerontopsychiatrischen Wohnbereich sind Mitarbeiter beschäftigt, die diese Anforderung erfüllen und über einen hohen Erfahrungswert im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen verfügen.
Im Mittelpunkt der pflegerischen und betreuerischen Arbeit steht die Beziehung. Die Menschenwürde tritt somit als wesentliches Merkmal in den Vordergrund. Die Bewohner erhalten die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Empfindungen entsprechend zu leben.
Ein wichtiger Aspekt in Pflege und Betreuung von gerontopsychiatrischen Bewohnern ist eine umfassende biografische Arbeit in Zusammenarbeit mit den Angehörigen und Betreuern. Biografie heißt dabei nicht nur Wissenssammlung, sondern das Beschäftigen mit der Lebensgeschichte des Bewohners. Es dient dem Kennenlernen und Verstehen und ist ein unverzichtbarer Bestandteil in der Lebensbegleitung und Pflege und ermöglicht somit eine Ganzheitlichkeit.
Die Erstellung einer Pflegeplanung für den Bewohner mit Demenz im Bereich der besonderen Beziehungsgestaltung bei allen AEDL`s (Aktivitäten des täglichen Lebens und existentiellen Erfahrungen des Lebens) ist ebenfalls von hoher Wertigkeit. Es ist ein Instrument zur konkreten Umsetzung des Pflegeprozesses. Pflegemaßnahmen werden hier geplant und schriftlich dokumentiert, eine weitgehende Selbstbestimmung des Bewohners wird mit berücksichtigt.
Eine Tagesablaufstruktur (also regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten zu festgelegten Zeiten) vermitteln dem Bewohner Sicherheit und Vertrauen. Die Tagesstruktur bezieht sich auf den bisherigen Lebensstil und auf alltagsbezogene Aktivitäten, wie zum Beispiel Körperpflege am Morgen, feste Mahlzeiteneinnahmen, feste Essenszeiten, Toilettengänge etc.
Die betreuerischen Aktivitäten erfolgen sowohl in Gruppen als auch in Einzelbetreuung. Solche Angebote sind unter anderem Orientierungs- und Gedächtnistraining, Gesprächsrunden, Einsatz von Musik, Abend- bzw. Nachtbetreuung etc. Hierbei sind Angehörige jederzeit willkommen. Die Zuwendung der Angehörigen trägt wesentlich zur Betreuungsqualität des Betroffenen bei. Wir sehen sie als Ansprechpartner und biografische Spezialisten.
Wir Mitarbeiter bieten Beratungs- und Aufklärungsgespräche bezüglich des Krankheitsbildes und der individuellen Pflege an, um auch hier die Angehörigen zu unterstützen beim Akzeptieren der Verluste von Fähigkeiten und Wesenszügen, aber auch um Verständnis für die pflegerischen Anstrengungen zu wecken. Angehörige können mit dem Betroffenen den Tag verbringen und den Tagesablauf mit erleben und mit gestalten.
Die Mitarbeiter in Pflege und Betreuung bilden ein festes Team mit Einbezug des Hauswirtschaftspersonals.
Fachspezifische Weiterbildungen im Bereich Gerontopsychiatrie sind feste Bestandteile des internen und externen Weiterbildungsplanes der Einrichtung. Durch unser speziell geschultes Personal ist die gerontopsychiatrische Pflege durch Professionalität gekennzeichnet.
Hausärzte übernehmen auch weiterhin die allgemeinärztliche Versorgung, wobei der Facharzt für die neurologische Behandlung hinzugezogen wird.